Das innere Kind in uns

Das innere Kind

Was ist das innere Kind?

Warum verletzt mich Kritik so? Warum werde ich schnell wütend oder laut und aufbrausend? Warum reagiere ich in einigen Situationen komplett über? Warum habe ich in meinen Beziehungen immer wieder die gleichen Konflikte? Es gibt Momente, in denen wir uns oder unsere Reaktionen selbst nicht verstehen können. Es kann helfen in die eigene Kindheit zurückzublicken und sich mit seinem inneren Kind zu beschäftigen.

Was ist das innere Kind? Wer hat ein inneres Kind und was hat das mit meinem Leben als erwachsener Mensch zu tun?

Jeder Mensch trägt ein inneres Kind in sich. Es ist das kleine Mädchen bzw der kleine Junge, das/der in allem, was wir sind, was wir tun, wie wir empfinden oder wie wir reagieren, mitschwingt.
In unserem inneren Kind sind unsere inneren Bilder, Gefühle, Erinnerungen und Erfahrungen, die wir während unserer Kindheit gemacht und im Gehirn abgespeichert haben.
Es steht für unsere instinktive Seite und für die Gefühle, die aus dem Bauch kommen. Abhängig davon, ob wir unser inneres Kind annehmen oder ablehnen, verstehen oder missverstehen, hören oder ignorieren – zeigt es sich in unzähligen Situationen im Erwachsenenalter.
Das geliebte innere Kind ist die positive und lebendige Seite in uns und drückt sich besonders durch Persönlichkeitsmerkmale wie Freude, Spontanität, Offenheit, Neugierde, Unbeschwertheit, Begeisterungsfähigkeit und Verantwortungsübernahme für das eigene Tun aus.
Das ungeliebte und abgelehnte innere Kind drückt sich besonders durch Persönlichkeitsmerkmale wie Traurigkeit, Angst, Frustration, Ärger, Neid, Scham, Aggressivität, Wut etc. aus und sucht oft nach Liebe, Lob, Anerkennung und Bestätigung.
Wer in seiner Kindheit zu wenig Zuwendung und Liebe erlebt hat, kann durch die Auseinandersetzung mit seinem Inneren Kind, alte Wunden heilen und nachträglich seine Wurzeln festigen und so für mehr Ausgleich, Ruhe und Zufriedenheit in seinem Leben sorgen.

 

Wie kann sich ein Konflikt mit dem inneren Kind äußern?

Beispiele für frühkindliche Prägungen gibt es unzählig viele. Die beste Freundin hat eine Verabredung vergessen, und Sie reagieren darauf unverhältnismäßig wütend, enttäuscht oder traurig?
Das kann daran liegen, dass Sie als Kind in Ihren Wünschen nicht ernst genommen wurden und sich oft übergangen gefühlt haben.
Die Enttäuschung über eine Absage auf Ihre Bewerbung ist so groß, dass Sie denken, keine Chance am Arbeitsmarkt zu haben und am liebsten alles hinschmeißen möchten?
Vielleicht ein Verhaltensmuster, das man übernommen hat, weil man als Kind oft kritisiert und einem wenig zugetraut wurde.
Oder Sie geraten unverhältnismäßig oft mit Ihrem Partner aneinander und werden sehr schnell laut?
Vielleicht wurden Sie als Kind nicht gehört?

 

Was hat das mit meinem erwachsenen Ich zu tun?

Neben Erbanlagen prägen Erlebnisse aus unserer Kindheit unser Wesen und unser Selbstwertgefühl. Besonders bis zum siebten Lebensjahr nimmt unsere Kindheit unbewusst viel Einfluss auf unsere Persönlichkeit. Es gibt positive Erfahrungen, die uns zu widerstandsfähigen Erwachsenen machen, aber auch negative, die noch Jahre später für Konflikte sorgen: Bindungsprobleme, Stress, Zukunftsängste, Probleme zu vertrauen, häufige Aggressionen, Rückzug etc.
Wenn Sie an Ihre Kindheit zurückdenken, haben Sie wahrscheinlich vor allem schöne Erinnerungen. Vielleicht haben Sie sich sicher und geliebt gefühlt. Das muss allerdings nicht unbedingt etwas heißen, da es keine perfekte Kindheit gibt, weil es keine perfekten Eltern in einer perfekten Welt gibt. Auch unsere Eltern haben ihre inneren Kinder in sich!
In jedem erwachsenen Menschen lebt auch sein inneres Kind. Mit all seinen Bedürfnissen, mit all seinen schönen Erlebnissen, aber auch mit all seinen Verletzungen.
Sie denken, das Erwachsenwerden ganz gut gemeistert zu haben, aber manchmal merken Sie doch, dass es Dinge gibt, die Sie aus dem Gleichgewicht bringen und die Sie teilweise nicht nachvollziehen können.

Wenn wir unser inneres Kind verstehen, verstehen wir uns auch als Erwachsene besser.

Es gibt 4 menschliche Grundbedürfnisse:

 

  • das Bedürfnis nach Bindung,
  • das Bedürfnis nach Autonomie und Kontrolle,
  • das Bedürfnis nach Lustbefriedigung oder Unlustvermeidung
  • das Bedürfnis nach Anerkennung. 

 

In Situationen, in denen wir unverhältnismäßig emotional reagieren, ist es oft das innere Kind, das sich nach einem dieser Grundbedürfnisse sehnt.
Das kann sich z.B. darin äußern, dass Sie in bestimmten Situationen neidisch, wütend, enttäuscht oder traurig werden. Aber auch, wenn wir oft Schuld empfinden oder uns erniedrigt und enttäuscht fühlen.
Andere meinen sich ständig für ihr Handeln rechtfertigen zu müssen.

 

Wie verbinde ich mich mit dem inneren Kind?

Unsere Kindheit hat uns geprägt und zu dem gemacht, was wir heute sind. Es wichtig, dass wir uns an das Kind, das wir einmal waren, erinnern und eine Verbindung zu ihm aufbauen. Es lebt in uns weiter und alles, was wir erlebt haben, spielt in unserem weiteren Leben eine Rolle.

Wenn uns etwas in besonderem Maße berührt hat und auf Resonanz gestoßen ist, bleibt diese Erfahrung in uns bestehen und kann uns für immer prägen.

Dabei ist die Gegenwart immer auch eine Wiederholung der Vergangenheit. Ein Rückblick in die Vergangenheit schafft häufig Klarheit in unserm Leben, weist uns auf bedeutsame Lebensfragen hin und kann Veränderungsprozesse in Gang setzen. Es bleiben dennoch viele Fragen offen, die in unserem Leben nach einer Antwort suchen. Aber wenn wir bereit sind uns selbst zu reflektieren, wir uns an das eigene Kind in uns erinnern und es erkennen, haben wir die Chance, uns von alten hinderlichen Verhaltens- und Gedankenmustern zu verabschieden und uns für Neues öffnen.

Alles, was wir empfinden, wahrnehmen, denken und tun, ist ganz eng mit dem verknüpft, was wir seit unserer Kindheit an Bildern, Erlebnissen und Gedanken in unserem Inneren abgespeichert haben und was immer dann aktualisiert wird, wenn wir im Hier und Jetzt bewusst oder unbewusst daran erinnert werden.

Dann kommen unsere negativen Erfahrungen wie Sorgen, Ängste, unsere Traurigkeit und natürlich auch unsere positiven, freudvollen und liebevollen Lebenserfahrungen zum Ausdruck. Die erfüllten und unerfüllten Bedürfnisse genauso wie die erwünschten und unerwünschten Gefühle, die etwas in uns auslösen.

 

Wie schaffe ich es, mein inneres Kind zu zähmen?

Der wichtigste Schritt ist es, dass man sich bewusst macht, in welchen Situationen das innere Kind zum Vorschein kommt.
Zunächst einmal muss man Verhaltensmuster und die damit zusammenhängenden, frühkindlichen Prägungen erkennen und zuordnen können, welches der vier Grundbedürfnisse in der jeweiligen Situation auf der Strecke geblieben ist.
 
Die selbstständige Arbeit mit dem inneren Kind ist sehr wichtig, hat aber auch seine Grenzen. Bis zu einem gewissen Grad können Sie Ihr inneres Kind selbst erforschen und heilen, aber oft ist therapeutische Unterstützung ratsam.
Ich helfe Ihnen gerne dabei Ihre Verhaltensmuster zu deuten, die Verbindung zu Ihrem inneren Kind zu verstehen und so Konflikte in der Gegenwart zu bearbeiten.
Nehmen Sie gerne Kontakt zu mir auf.
In meiner Praxis in Salzkotten biete ich die Arbeit mit dem inneren Kind im Rahmen einer Psychotherapie an.
 
Herzliche Grüße
Tanja Sternberg